Nicht jedes Unternehmen braucht SEO - auch das viele Anbieter aus ureigenem Interesse gerne behaupten.
SEO ist kein Pflichtkanal, sondern ein Investitionskanal. Ob sich diese Investition lohnt, hängt nicht von Trends ab, sondern von klar prüfbaren Voraussetzungen.
Die Frage ist also nicht, ob SEO funktioniert, sondern für welche Unternehmen SEO funktioniert. Diese Entscheidung lässt sich anhand sechs klarer Schritte treffen.
Schritt 1: Pull-Nachfrage
SEO funktioniert nur dort, wo Nachfrage existiert. Nicht gefühlt, sondern messbar in Suchmaschinen. Dabei gibt es drei relevante Szenarien:
Angebotsbezogene Nachfrage
Es wird direkt nach dem Angebot gesucht. Beispiele sind Begriffe wie SEO Agentur, SEO Beratung oder SEO Agentur München. Diese Suchanfragen sind transaktional. Der Suchende will einen Anbieter. Der Weg von der Suchanfrage zur Anfrage ist kurz, der Wettbewerb hoch.
Problembasierte Nachfrage
Es wird nicht nach dem Anbieter gesucht, sondern nach dem Problem. Beispiele sind Website rankt nicht, Google Ranking verbessern oder Google Sichtbarkeit verbessern. Der Wettbewerb ist meist geringer, Vertrauen kann früher aufgebaut werden. Der Nachteil ist der längere Weg von der Information zur Beauftragung.
Kein klar benanntes Angebot
Das Angebot ist neu oder am Markt nicht eindeutig benannt. In diesem Fall existiert keine Angebotsnachfrage. SEO ist dann nur über Problembeschreibung möglich und benötigt deutlich mehr Zeit.
Expertentipp:
„Unternehmen brauchen SEO nur dann als Kernkanal, wenn entweder nach dem Angebot selbst oder nach klar benennbaren Problemen gesucht wird. Ohne diese Pull-Nachfrage ist SEO kein kurzfristiger Akquisekanal.“
Schritt 2: Suchsprache
Viele Unternehmen scheitern mit SEO, weil sie ihr eigenes Angebot nicht in Suchsprache übersetzen können. Die entscheidende Frage lautet: Lässt sich das Angebot in konkrete Suchanfragen übersetzen?
- Transaktionale Suchbegriffe sind beispielsweise SEO Agentur München oder SEO Beratung.
- Problemnahe Suchbegriffe sind beispielsweise Google Ranking verbessern oder bei Google besser ranken.
Abstrakte Begriffe funktionieren schlechter als konkrete Fragen. Suchmaschinen belohnen Klarheit, nicht Marketingformulierungen.
Expertentipp:
„Wenn ein Unternehmen sein Angebot nicht in mindestens fünf echte Suchphrasen übersetzen kann, ist SEO möglich, aber strukturell schwierig und aufwendig.“
Schritt 3: Lokal oder überregional
Entscheidend ist nicht der Standort des Unternehmens, sondern wo der Auftrag entsteht.
Viele Dienstleistungen sind ortsunabhängig. Trotzdem ist ein regionaler Fokus häufig der bessere Einstiegspunkt. Der Wettbewerb ist geringer und Ergebnisse werden schneller sichtbar.
Der Anspruch, sofort überregional sichtbar zu sein, verzögert in der Praxis häufig den Erfolg.
Expertentipp:
„Unternehmen, die SEO nutzen wollen, fahren besser damit, zunächst regional Sichtbarkeit aufzubauen und erst danach zu skalieren.“
Schritt 4: Wirtschaftlichkeit
Gute Rankings garantieren keine Wirtschaftlichkeit. SEO benötigt Anlaufzeit und laufende Optimierung.
Ob sich dieser Aufwand lohnt, hängt maßgeblich vom Wert eines einzelnen Leads ab. Je höher der Ticketpreis, desto eher trägt sich SEO. Bei niedrigen Warenkörben funktioniert SEO nur über hohes Volumen und starke Conversion-Raten.
Expertentipp:
„Wenn ein einzelner Lead nicht mehrere Monate SEO-Kosten rechtfertigen kann, ist SEO für dieses Unternehmen kein effizienter Hauptkanal.“
Schritt 5: Wettbewerb
Die Top-3-Plätze bei Google sind nicht leer. Dort ranken Anbieter aus gutem Grund.
In wenig umkämpften Märkten reichen oft saubere Technik und solide Inhalte. In stark umkämpften Märkten spielen Autorität, Vertrauen und Marke eine entscheidende Rolle. Gegen etablierte Marken anzutreten ist möglich, aber nicht kurzfristig und nicht mit Minimalaufwand.
Expertentipp:
„Wer wissen will, ob das eigene Unternehmen SEO braucht oder besser lässt, sollte das wichtigste Keyword googeln und die Top-3 ehrlich analysieren.“
Schritt 6: Aufwand
SEO ist kein Standardprodukt. Der notwendige Aufwand hängt vom Status quo ab. Zur Einschätzung des notwendigen SEO-Aufwands hilft eine einfache Ampellogik:
- Grün bedeutet lokale Tätigkeit, klare Positionierung und geringe SEO-Konkurrenz.
- Gelb bedeutet mehrere Leistungen oder Regionen und steigenden Aufwand.
- Rot bedeutet überregionale Sichtbarkeit in stark umkämpften Märkten.
Je komplexer Ausgangslage und Wettbewerb, desto höher der laufende Aufwand.
Expertentipp:
„Einheitspreise sind ein Warnsignal. Unternehmen unterscheiden sich in Ausgangslage, Wettbewerb und Zielsetzung. SEO-Aufwand tut das ebenfalls.“
Welche Unternehmen brauchen SEO – die Entscheidung in drei Fragen
Die gesamte Bewertung lässt sich auf drei Fragen reduzieren:
- Gibt es suchmaschinenrelevante Nachfrage für das Angebot?
- Rechnet sich ein einzelner Lead wirtschaftlich?
- Gibt es einen realistischen Weg zur Sichtbarkeit?
Je nachdem, wie viele dieser drei Fragen Sie mit Ja beantworten können, ergibt sich eine klare Entscheidung für oder gegen SEO:
- Drei Mal Ja bedeutet: SEO ist der richtige Kanal.
- Zwei Mal Ja bedeutet: SEO ist sinnvoll, aber priorisierungsbedürftig.
- Ein Mal Ja bedeutet: Vorbereitung notwendig.
- Kein Ja bedeutet: SEO ist sehr wahrscheinlich der falsche Kanal.
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden