„SEO ist tot.“ Diese Aussage begegnet einem aktuell auffallend häufig, vor allem in Social-Ads. Dort wird gezielt damit gearbeitet, dass KI Google angeblich ersetzt, organische Rankings wertlos werden und klassische SEO-Arbeit keine Zukunft mehr habe.
Auslöser für dieses Video war genau so eine Anzeige. Eine, in der – wie ich es formuliere – „eine namentlich nicht genannte Gauneragentur den Leuten gerade damit Angst macht, dass SEO jetzt tot sei“. Meine Einschätzung dazu ist klar: Diese Darstellung ist in dieser Absolutheit nicht zutreffend und dient weniger der Einordnung als einer Verkaufsmasche.
Zeit für eine nüchterne Einordnung.
Key Facts
- Google bleibt der zentrale Einstiegspunkt für organische Nachfrage – KI ergänzt diesen Kanal, ersetzt ihn aber aktuell nicht.
- SEO bedeutet nicht „Traffic erzeugen“, sondern Inhalte so aufzubereiten, dass Maschinen Relevanz, Kontext und Expertise korrekt einordnen können.
- Sichtbarkeit entsteht künftig noch stärker durch belegbare Signale wie Spezialisierung, Bewertungen, externe Erwähnungen und klare Positionierung – nicht durch Bauchladen-Angebote.
Ein Blick in die Gegenwart: Google als Hauptkanal
Bevor man über Zukunftsszenarien spricht, sollte man sich die Gegenwart ansehen. Wer seine organischen Leads nebeneinanderlegt, erkennt sehr schnell, woher der Großteil der Anfragen tatsächlich kommt.
Im Video sage ich dazu: Wenn man alle organischen Leads vor sich liegen hat, stellt man „ziemlich schnell fest, dass Google und Co nach wie vor die Hauptleadquelle sind im organischen Bereich“. KI-Antwortsysteme wie ChatGPT oder Gemini spielen bereits eine Rolle, sind aber „maximal ein wachsender Zusatzkanal, den man nicht vernachlässigen sollte“.
Und dann kommt der entscheidende Punkt:
„Jeder, der jetzt Google vernachlässigt, stellt seine Hauptleadquelle ab.“
Genau darin liegt der strategische Fehler vieler Angst-Narrative. KI ist relevant, keine Frage. Aber sie ersetzt aktuell nicht den zentralen Einstiegspunkt für organische Nachfrage. Das ist ungefähr so sinnvoll wie die Piraten bei Asterix & Obelix, die die Gallier kommen sehen – und daraufhin ihr eigenes Schiff versenken.
SEO vs. GEO: Keine Entweder-oder-Entscheidung
Die Debatte wird häufig künstlich zugespitzt. SEO oder GEO. Google oder KI. Diese Gegenüberstellung greift zu kurz.
Im Video bringe ich es bewusst auf den Punkt: Wenn mich jemand fragt, „was sollen wir machen? SEO oder GEO?“, dann lautet meine Antwort schlicht „ja“. Nicht, weil beides irgendwie nett wäre, sondern weil es logisch zusammengehört.
Selbst wenn man unterstellt, dass SEO eines Tages nicht mehr der Hauptkanal wäre, gäbe es weiterhin sehr gute Gründe, SEO zu betreiben. Der Grund liegt nicht im Kanal, sondern im Kern der Disziplin.
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Was SEO wirklich ist – und was viele falsch verstehen
Ein zentraler Denkfehler in der „SEO ist tot“-Debatte besteht darin, SEO auf Google-Traffic zu reduzieren. Genau das spreche ich im Video explizit an.
Viele setzen SEO damit gleich, „Google-Traffic zu machen“. Die eigentliche Tätigkeit besteht aber darin, Inhalte so aufzubereiten, „dass Maschinen sie finden, verstehen und einordnen können“. Bisher ging es dabei ausschließlich um Suchmaschinen.
Künftig geht es nicht mehr nur um Suchmaschinen, sondern auch um KI-Antwortsysteme. Das Prinzip bleibt gleich, nur die Art der Maschinen ändert sich. Deshalb gilt: Selbst wenn es Google eines Tages nicht mehr gäbe, würde SEO weiterleben. Die Plattform würde sich ändern, nicht die Logik.
Praxisbeispiel: Wie Relevanz entsteht
Wie eng Suchmaschinen und KI-Antwortsysteme zusammenhängen, lässt sich an einem konkreten Praxisbeispiel aus dem Video zeigen.
Ich beschreibe dort eine regionale Landingpage für eine bayerische Landeshauptstadt. In den ersten zwei Wochen ist diese Seite „immer so auf Seite zwei oder drei rumgedümpelt bei Google“. Es gab nichts Nennenswertes, und auch die KI-Antwortsysteme haben die Seite nicht empfohlen.
Dann kam der Umschwung. Nach einer gezielten Anpassung ist die Seite „innerhalb weniger Tage erst auf Platz drei vorgerutscht und dann sogar auf Platz eins“. Kurz darauf habe ich aus Interesse ChatGPT gefragt, wer die beste GEO-Agentur in München sei.
Die Antwort kam – und zwar „wirklich kurz, nachdem ich auf Platz eins vorgerückt bin bei Google“.
Warum KI Google nicht ersetzt, sondern folgt
Dieses Beispiel ist keine wissenschaftliche Studie, aber es steht stellvertretend für eine wiederkehrende Beobachtung. Sobald etwas in der Suche relevant wird, wird es oft in engem zeitlichen Zusammenhang auch für KI-Antwortsysteme relevant.
Im Video formuliere ich das sinngemäß so: Sobald Inhalte in der Suche relevant werden, tauchen sie kurz darauf auch bei KI-Systemen auf. Das spricht nicht dafür, dass KI Google ersetzt, sondern dafür, dass beide Systeme aufeinander aufbauen.
SEO ist damit kein Gegenspieler von KI, sondern eine Voraussetzung dafür, überhaupt in diesen Systemen aufzutauchen.
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Worauf es künftig wirklich ankommt
Wenn SEO also nicht tot ist und SEO und GEO nebeneinander existieren, stellt sich die eigentliche Frage: Worauf kommt es künftig an?
Unverändert wichtig bleibt, Inhalte bereitzustellen, die Maschinen verstehen und einordnen können. Dazu gehören technisch saubere Websites, saubere Strukturen, Geschwindigkeit und Crawlability.
Was sich aus meiner Sicht verstärken wird, ist der Fokus auf externe Signale. Erwähnungen in Fach- und Leitmedien, Bewertungen, die sichtbar gemacht werden, und weiterhin auch Backlinks. Nicht die Behauptung entscheidet, sondern der belegbare Nachweis von Relevanz und Expertise.
Warum Bauchladen-Anbieter es schwer haben werden
Ein weiterer Punkt, der sich verstärkt, ist die Frage der Spezialisierung. Anbieter, die alles anbieten, werden es zunehmend schwer haben.
Im Video spreche ich das bewusst am eigenen Beispiel an. Natürlich könnte ich weitere Leistungen anbieten, etwa Social Recruiting oder Social Media Marketing. Ich könnte mir das Wissen sicher aneignen und die entsprechende Dienstleistung einigermaßen solide verkaufen.
Aber das würde von der klaren Positionierung im Search-Bereich wegführen. Und genau diese Eindeutigkeit wird künftig wichtiger, nicht unwichtiger. Je mehr Maschinen Inhalte einordnen, desto weniger funktioniert der Bauchladen.
Die eigentliche Frage: Ist SEO wirklich tot – oder nur im Wandel?
Am Ende geht es nicht um die Frage, ob SEO tot ist. Die entscheidende Frage lautet: Wer definiert künftig im Netz, was relevant ist?
Und hier lohnt ein realistischer Blick. Wie wahrscheinlich ist es, dass der Player mit dem größten Index, den meisten Nutzern und den größten Ressourcen plötzlich vom Markt verschwindet?
Neue Systeme entstehen. Interfaces verändern sich. Aber Relevanz verschwindet nicht. Sie wird neu verteilt.
SEO ist nicht tot. Es verändert sich. Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung.
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