Wie Anwälte online mehr Mandanten gewinnen: Die Faktoren, die wirklich zählen

Rechtliche Probleme sind fast immer akut. Wer eine Kündigung oder eine Anzeige bekommt, braucht sofort Hilfe – und sucht online. Für Kanzleien bedeutet das: Wer dauerhaft Mandate gewinnen will, muss dort sichtbar sein, wo diese Suche beginnt, und die eigene Expertise klar erkennbar machen.

Key Facts

  • Rechtliche Probleme sind akut – deshalb funktionieren für Anwälte vor allem Pull-Kanäle wie Google, Google Maps, Google Ads und KI-Suchen.
  • Eine klare, verständliche Website mit eindeutiger Positionierung ist die Grundlage dafür, dass Mandanten, Google und KI die Kanzlei korrekt einordnen.
  • Bewertungen, Spezialisierung und praxisnahe Inhalte entscheiden darüber, welche Kanzleien online sichtbar werden und als passende Experten wahrgenommen werden.

Akute Probleme → Pull-Kanäle statt Push

Kaum jemand sucht „vorsorglich“ nach einem Scheidungsanwalt, Strafverteidiger oder Anwalt für Eherecht. Die meisten Anfragen entstehen aus einer konkreten Situation: 

  • Kündigung im Arbeitsrecht 
  • Anzeige im Strafrecht (z. B. Körperverletzung) 
  • Konflikte im Familien- oder Verkehrsrecht 

In solchen Momenten funktionieren Pull-Kanäle: 

  • SEO: organische Google-Suche
  • Google Ads: Google-Anzeigen
  • GEO: KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Copilot, Perplexity 

Push-Kanäle wie klassische Social-Media-Anzeigen spielen bei diesen akuten Problemen eine deutlich geringere Rolle. Wer dringend einen Anwalt braucht, wartet nicht auf Werbung, sondern sucht aktiv. Google Ads sind vor allem für neue oder bisher kaum sichtbare Kanzleien ein sinnvoller Einstieg: 

  • schnelle Sichtbarkeit 
  • echte Nutzerdaten 
  • Erkenntnisse, welche Suchbegriffe tatsächlich verwendet werden 

Spannend: Viele Suchbegriffe tauchen in SEO-Tools gar nicht oder nur mit „0–10 Suchvolumen“ auf, obwohl sie in der Realität häufig auftreten. Anzeigenkampagnen machen diese Lücken sichtbar und liefern wertvolle Daten für die SEO-Strategie.

Expertentipp: 

„Bis SEO-Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten, können Wochen oder sogar Monate vergehen. Um auch in diesem Zeitraum Mandate zu gewinnen, sind Google Ads der ideale Kanal.“

Die Website als zentrales Fundament

Egal ob jemand über Google, Google Maps, KI-Systeme oder bezahlte Anzeigen kommt – am Ende landet er auf der Website der Kanzlei. Sie ist das zentrale Werkzeug für: 

  • die Präsentation der Kanzlei 
  • die Erklärung von Leistungen und Spezialisierungen 
  • die Darstellung von Expertise und Erfahrungen 
  • die Konvertierung vom Besucher zum Mandanten 

Wenn die Website: 

  • unklar strukturiert ist 
  • Leistungen nicht verständlich erklärt 
  • keine klare Spezialisierung zeigt 

dann können Google, Ads und KI-Sichtbarkeit nicht ihren vollen Effekt entfalten. Wer schon bei der Gründung einer Kanzlei eine saubere, skalierbare Struktur aufsetzt, erspart sich später teure Umbauten.

Sie vs. Wettbewerber: Wo steht Ihr Unternehmen?

Direktvergleich mit Ihrem wichtigsten Wettbewerber
Ihre SEO-Performance, übersetzt in 0–100 Scores
Die größten Hebel für bessere Rankings auf einen Blick

Kostenlose SEO Potenzialanalyse

kostenlos · von Profis erstellt · per Mail in 24h

Lokale Auffindbarkeit: Google Maps und Unternehmensprofil

Da die meisten Mandanten lokal suchen („Scheidungsanwalt München“, „Eherecht Ingolstadt“, „Anwalt Arbeitsrecht Rosenheim“), ist die Sichtbarkeit in Google Maps entscheidend. Kern dafür ist das Google-Unternehmensprofil: 

  • Es bildet die Basis, um überhaupt im Local Pack (den drei sichtbaren Einträgen) aufzutauchen. 
  • Es wird trotzdem von vielen Kanzleien und Marketers stiefmütterlich behandelt. 
  • In lokalen Rechtsgebieten ist es einer der wichtigsten Kanäle für neue Anfragen. 

Ohne gepflegtes und optimiertes Unternehmensprofil lässt sich der lokale Markt nur schwer erschließen – selbst bei guter Website.

Expertentipp: 

„Pflegen Sie Ihr Google Unternehmensprofil. Hinterlegen Sie eine aussagekräftige Beschreibung Ihres Unternehmens, die entsprechenden Leistungen, optisch ansprechende Bilder und natürlich Öffnungszeiten, Website und Telefonnummer.“

Bewertungen als Reichweitenmotor – für Menschen und KI

Bewertungen haben gleich mehrere Effekte: 

  • Sie wirken vertrauensbildend für potenzielle Mandanten. 
  • Sie dienen Google als Relevanz- und Qualitätssignal. 
  • Sie werden von KI-Systemen als Hinweis auf Expertise und Zuverlässigkeit herangezogen. 

Wichtige Plattformen: 

  • Google-Unternehmensprofil 
  • anwalt.de als etabliertes Branchenportal 

KI-Systeme können nicht selbst „wissen“, wer der beste Anwalt ist. Sie ziehen Signale aus dem Netz heran – und Bewertungen sind eines der sichtbarsten Signale. Gute, konsistente Bewertungen können die Wahrscheinlichkeit steigern, in KI-Antworten genannt zu werden.

Klare Positionierung statt Bauchladen

Viele Kanzleien decken sehr viele Rechtsgebiete auf einmal ab. Für KI-Systeme und Nutzer führt das schnell dazu, dass die Kanzlei nicht als Spezialist wahrgenommen wird. 

Tendenz: 

  • Kanzleien mit sehr breitem Angebot werden schwächer als „Experten“ eingeordnet. 
  • Spezialisierte Kanzleien werden eher als passende Antwort ausgewählt. 

Eine zu breite Positionierung kann die Sichtbarkeit im jeweiligen Rechtsgebiet schwächen. Langfristig kann es sinnvoll sein: 

  • Rechtsgebiete klarer zu priorisieren und zu gewichten 
  • Spezialisierungen deutlich sichtbarer zu machen 
  • gegebenenfalls einzelne Bereiche stärker abzugrenzen

Umsetzen startet hier: kostenloses Erstgespräch.

Kostenlose Ersteinschätzung vom Profi
Klarheit zum Ihrem größten Hebel
Direkt mit dem Gründer

Kostenloses Erstgespräch

30 Min. · keine Vorbereitung nötig · kein Verkaufsgespräch

Content, der echte Probleme löst – statt Juristendeutsch

Mandanten interessieren sich nicht für juristische Kommentare, sondern für Antworten auf konkrete Fragen. Ein typisches Problem vieler Kanzleiwebsites ist die Sprache: 

  • zu viel Juristendeutsch 
  • zu wenig Struktur aus Sicht des Laien 
  • zu wenig Praxisnähe 

Wirksam sind Inhalte, die: 

  • laienverständlich formuliert sind 
  • Schritt für Schritt erklären, was in einer konkreten Situation zu tun ist 
  • reale, anonymisierte Fallbeispiele nutzen 
  • Middle-of-Funnel-Themen behandeln (konkrete Unterfragen statt nur Grundbegriffe) 

Beispiel: 

Nicht nur „Was ist eine Kündigung?“, sondern z. B. „Welche Fristen gelten bei einer personenbedingten Kündigung?“. Solche Inhalte helfen Mandanten, sich wiederzufinden – und zeigen gleichzeitig gelebte Expertise.

Expertentipp: 

„Sie hören von Mandanten immer wieder dieselben Fragen. Das liegt in der Natur der Sache. Notieren Sie sich diese Fragen und beantworten Sie diese auf der Website. Etwa in Form von FAQs oder Blog- beziehungsweise Ratgeber-Artikeln. “

GEO und KI-Sichtbarkeit: Das zweite Spielfeld neben Google

Die Nutzung von KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Copilot oder Perplexity steigt. Viele Nutzer schildern zunächst ihr Problem dort und bekommen eine Einordnung: 

  1. Problembeschreibung an die KI 
  2. Einordnung (z. B. „Sie brauchen einen Anwalt für Arbeitsrecht“ oder „Scheidungsanwalt“) 
  3. Anschließende Suche nach einem konkreten Anwalt, meist wieder in Google 

Damit KI-Kanäle Kanzleien überhaupt in Betracht ziehen, müssen einige Dinge klar sein: 

  • explizite Benennung der Spezialisierung („Anwalt für Arbeitsrecht“, „Experte für GEO“ etc.) 
  • saubere Website-Struktur 
  • aussagekräftige Bewertungen 
  • klare Positionierung ohne verwischten Bauchladen 

GEO (Generative Engine Optimization) ergänzt klassische SEO-Arbeit, indem es hilft, genau diese Signale für KI-Modelle zu schärfen.

>> Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag GEO für Rechtsanwälte und Kanzleien

Video cover
Diskussion mit SEO- & GEO-Experte Jan Krösche: Wie gewinnen Anwälte online mehr Mandanten?

Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden

Neuen Kommentar schreiben

Bastian Huber
Bastian
Experte für SEO & GEO / LLMO, Redakteur

Schreibt über GEO & SEO - von der Suchintention bis zur Conversion.

Neuste Beiträge: